elffriede.interdisziplinäre.aufzeichnensysteme
2 monate artist in residence atelierhaus salzamt / linz mai - juni 2010

work in progress / dokumentation in progress..........................................................

29.06: 11-22 h
von nichts kommt nichts
werkschau
sprechtüten
atelieröffnung / sprechstunde

2. stock / atelier 7
atelierhaus salzamt
4020 linz
obere donaulände 15

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elffriede.interdisziplinäre.aufzeichnensysteme
herkunft / navigation
cv als pdf
arbeitet an tausend bildern, die sich ständig bewegen
und nicht stillhalten wollen - eine ausufernde bilderflut

elffriede


elffriede


ausstellung bis 15.07.10
"beiss die hand, die dich füttert"
09.06., 19.30: "sprechstunde" -
leseperformance
elffriede.i.a. termine...........................................................................................................................................................................................................

im salzamt ereignet sich z.zt. eine wesentliche entdeckung, kraft der e.i.a. erstmals in diesem ausmass zur verfügung stehenden raumausmasse eines ateliers: die ausbreitung des ca. 1.000 einzelmodule umfassenden sprach-auf-zeichnungs-werkes (betrifft allein die sackerl-arbeit, als einen teil des e.i.a.-gesamtarbeitswerks, der hier bearbeitet / erforscht / definiert wird):

elffriede.sprach/auf/zeichnungen/tüten (sackerl)
elffriede.interdisziplinäre.aufzeichnensysteme
mein werk besteht aus/ist ein haufen arbeit. sonst nichts“
text als pdf

im meer der sprache
die sprache ins meer kippen
die navigation der sprache
ein schwarm kleiner worte:
bewegliche module

elffriede

einfache weisse papiertüten, stell(t)en eines von elffriede.interdisziplinäre.aufzeichnensysteme seit ca. 2000 verwendet/e, leicht transporierbare aufzeichnen-module (neben zeichenblöcken, fahrscheinen etc.) dar. in addition von feder-tusche-zeichnungen + schreibmaschinen-notaten definieren sie einen roten faden durch e.i.a. - arbeit + philosophie.

kein beliebiges (plattes) blatt papier: klein, leicht, unkompliziert, unspektakulär assoziieren sie, haptisch, materiell, perzeptiv, fühlbar zugleich ihren gebrauchskontext, dem sie von e.i.a. qua blick „entnommen“, aus dem sie „herausentdeckt“ (moment des blickes als kreation/idee im sinne des intelligenten witz/geistesblitz) und umfunktioniert wurden als aufzeichnungs- und kommunikationsmedium. sie enthalten raum, ein minimales „innen“, das sie verbergen: als sackerl mit einfüllmöglichkeit. ihre oberfläche wölbt sich durch die anfertigung, die konfektionierung. licht bricht sich derart delikat auf den minimalen wölbungen und erzeugt ein feines spiel von kontrasten und grauwerten. es gibt ein oben, wo etwas hinein gehen oder gegeben werden und ein unten wo nichts hinaus fallen kann: sie können etwas/sehr viel/alles/nichts (ent-) halten: repräsentationen der puren möglichkeit/en /potenzialitäten. klein. aber fein. Klein. aber gewaltig. dünn. aber gehaltvoll. zart. aber robust. einzeln. aber in summe. die akzente der widersprüche kommen im papiersackerl hochkarätig zum tragen. die dichtung folgt. aber zurück zur beschreibung + analyse...

-als notations- und notizfläche sind sie zeichenträger und offerieren sie schreibmaschine/n/schrift/mediengeschichte als medienreflexives „bild“, als „setzung“ und „abdruck“
-bezeichnet mit feder- tuschezeichnung + schreibmaschine in kombination oder jew. allein: tritt ein strenges „schrift-bild“ in beziehung zur spannung und körpermotorik reflektierenden tusche-setzung

die freien sackerl-module markieren verschiedene entwicklungs-stationen / stadien und mediale ebenen im e.i.a.-arbeitswerk:

die sprache war verschwunden: verstummt. stockend begannen sackerl buchstaben, worte, ganzen satzbau auszuspeien. wann?
im vereinzeln, im „kürzen“, gegeben durch die begrenzten ausmasse des grundes, wird ein neuer anfang möglich: bei 0. werden die kleinen sackerl zur inszenierungsfläche einzelner worte und buchstaben, die auf ihnen wie aus dem nichts erscheinen, in ihrer isolation neu sichtbar und wieder neu erschliessbar, bis langsam langsam langsam ein ganzes system sich erschliesst, erfindet:

neu klingt / zum klingen gebracht wird: spricht. bis e.i.a. das mikrophon findet. doch bis dahin ist es noch ein langer weg durch die schriftsprache, entscheidungen, in buchform zu gehen, die das lesen erzwingt: die lesung, als eine form der literatur, in die e.i.a. sich hineinarbeitet mit eigenem system die doppel-konnotationen transportieren und herkömmliches, als unzureichendes format empfundenes blosses „lesen“ sprengen muss mit synchroner schrift-ton-sprache-zeichnen-aufzeichnung, was man notgedrungen als „performance“ bezeichnet, weil neue systeme noch immer mit alter ausgedienter sprach-kategorisierungs-schubladisierung belegt – sprachlich also unterdrückt- werden, weil es so zu „fehlbezeichnungen“ kommt, die das neue gar nicht bezeichnen sondern das alte draufheften.

hier, in dieser sackerl-genese, hat das wiederfinden bzw. neu(er-)finden von elffriede.interdisziplinäre.aufzeichnensysteme sprach-/sprechsysteme, dichtung, poetik seinen ansatz: von hier aus führten minimalistische wege in die „literatur“: bis hin zu einzelnen sätzen und schliesslich texten, von denen anfangs nicht im geringsten die rede sein konnte, arbeitete sich e.i.a. weiter: so stellen die einzelnen sackerl z.t. manifeste + materielle text-bild-artefakte für sprach-/sprechperformances und publikationen (elffriede.seismograph, edition ch 2007) dar, eine poetik sowie reflektionen + definitionen der eigenen poetik, die in/aus dieser form und -unterwegs im nomadischen provisorium- generiert wurden.

-das angebot eines auftrages durch die arbeiterkammer wien, nutze e.i.a für die weiterentwicklung der sprachaufzeichnungssackerl für ein monumentales „gesamt-sprach-bild“, die idee, erstmals eine begrenzte auswahl auf einem bildträger zu fixieren: „elffriede.arbeitswesen“: eine fixe anordnung zum thema angefertigter sackerl, die erstmals als ganzes sprechen und in fern- und nahsicht unterschiedliche blickrichtungen / kombinatoriken bieten: einen „chor“, den die rezipientinnen selbst zusammenstellen können im eintauchen / meditativen betrachten der vereinzelung/ansammlung/reihung diagonal, vertikal, durcheinander, die somit unterschiedliche blicke: zooms, kurzer blick auf ein detail, nähere längere betrachtung: unterschiedliche sehschärfen, rhythmen des sehens / des blickes im bild definieren + reflektieren.

im einsatz der schreibmaschine als performatives- und kommunikationsmedium bringt e.i.a. automatisch verschiedene mediale ebenen zur deckung:

der bürokontext, dem die schreibmaschine entstammt und den e.i.a. seit 2002 in verschiedenen ausstellungen als teil einer interaktiven installation einsetzt, wird umfunktioniert / ironisiert als schnitt- und „erfassungsstelle“, an der rezipientinnen interaktiv /kommunikativ werden und nachrichten hinterlassen können, bzw. e.i.a erfasst unter best. fragestellungen sprache/text oder bezeichnet mit tusche von rezipientinnen (die somit keine mehr sind) an der schreibmaschine verfassten text /worte mit tusche-signatur, nimmt bezug, schafft ein diskursives bezugs- und kommunikationssystem, stellt die anwachsende kommunikation aus in einer anwachsenden ausstellung/installation, bricht zeitliche an- end-koordinaten von „ausstellungsbeginn/ende“ und definiert zeitlich uneingeschränkte prozesse von arbeit als werk in arbeit, löst grenzen auf zwischen performance/raum und „kunstloser“ kontaktaufnahme: „elffriede.i.a./sprech/zeiten“ zitiert bürosituation als performativen akt (igbildende kunst: bürozeiten, galerie hilger/2003: büro-lift-fahrstuhl-installation, update/künstlerhaus 2005: elffriede.i.a....).

neben der anwachsenden (an-)sammlung materieller artefakte und einer vermischung = auflösung der grenzen von „kunstschaffendem system und publikum“ (realisiert ebenfalls in kooperativen fanzine-projekten), den der einsatz der papiersackerl als kommunikationsmedium zur folge hat erweitert e.i.a den performativen zweig des schreibmaschinen-aufzeichnungssackerlmediums als akustische schnittstelle:

sound-sprach-aufzeichnen-performances/auftritte seit 2003, die das medium zeichnung in live- und studiosituationen sowohl visuell (via overhead o. kamera) als auch akustisch (feder als soundinstrument via kontaktmikro + inzwischen kaospad) durcharbeiten und weiterentwickeln:

in kooperation mit sound-künstlerinnen wie jörg piringer/the notebook of e. hojesky/hörbar hamburg, extrapool nijmegen, nl, amerlinghaus, dschungel wien modern von a-z / mak-nite...etc., barbar v. kaiser, tamara wilhelm etc.)

grossprojekt 2007, dem internationalen + interdisziplinären dialog/projekt elffriede.soundrawing (film, buch, sound) als gesamtkunstwerk in progress

projekte, die seit 2007 in literarische und seit 2009 in hörfunk-projekte münden und die akustische linie, die intensive erarbeitung + untersuchung des tons des aufzeichneninstrumentes zeichenfeder als soundinstrument sowie der textegenerierung als stimme-sprache (literatur als radiokunst, kunstradio) erforschen.

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ein überblick (über die materiellen artefakte + und über die arbeit und deren entwicklungsschichten und -geschichte/n der vergangenen jahre) über das freie spiel der kombinatorik

das die eigene arbeit und die durch sie hindurch selbstgeschaffene arbeitsstuktur reflektiert: vor sich ausgebreitet liegend sehen erkennen. die arbeit definieren (dokumentations- und definitionsprozess nur möglich in abgeschiedenheit einer konzentrierten arbeitssituation):

ich will die sacklern gar nicht fixieren. sondern jeweils auflegen:

auf den boden auflegen ist ein akt.
und ereignet sich jeweils neu.
das habe ich in ihnen selbst eingeschrieben vorgefunden:
es ist eine handlungsanweisung, einst notiert auf ihnen, durch mich, an mich: anordnung von lesarten.

der wesentliche akt: sie zu füssen legen als zu umgehende lese-skulptur
wie auf dem wasser schwimmend geflutet – einr rhythmus darin drückt sich aus / wird gewährleistet:

-freies spiel, freie beweglichkeit, bewegungsfreiheit = unabhängigkeit als eigenständiges system
-alle möglichkeiten (der kombinatorik) bleiben offen / mathematisches prinzip
-keine festlegung, provisorium

-die sensiblität des einzel-bildes bleibt gewährleistet
-ausdruck spontaner formationskraft / setzung (zen), jeweils in bezug auf zeit, ort
-unerschöpfliches bedeutungsspektrum (im auge der betrachterin)

-unendlicher arbeitsprozess
-(mentale) zustands / verfassung; wechselhaftigkeit „memory“ des nichts
-ohne erinnerung (nicht in vergangenheit, sondern zukunft i.s. Von möglichkeiten) verweisend

 

übergreifende bedeutung:

-auslegen / anordnen entspricht dem prozess des sich sammelns, gedanken ordnen, (selbst-)betrachtung, der immer wieder notwendig ist, um neu weiterzumachen
-kein fixer zustand / alles ist ständig in bewegung:
handlungsanweisung, immer wieder neu hand anzulegen (kein ausruhen auf einem einmal erreichten zustand, einer definition, einer interpretation

-ungreifbarkeit, unvereinnahmbarkeit (als „die eine bedeutung“) = alle und keine bedeutung
>to never have it all<
-unbegreifbarkeit

...ge-schichts-philosophie von elffriede.interdisziplinäre.aufzeichnensysteme:
-unbegrenzbares spektrum der phantasie, deren arbeit stets angeregt bleibt ohne zu ermüden
-ohne die phantasie der betrachterin funktioniert das werk nicht (konstruktivismus)
-grenzüberschreitendes / multidisziplinäres arbeiten

 

film: umgesetzt als trickanimation in mini-filmen („sackerlflips“ 2004)
literatur: „the notebook of e.hojesky“/m. jörg piringer

http://www.todayandtomorrow.net/2010/05/26/the-history-of-the-typewriter-recited-by-michael-winslow/